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Schimmelpilzbildung in Altbauten

relative Luftfeuchte-Taupunktkurve

Schimmelpilzbildung in Altbauten

Schimmelpilzbildung in Altbauten In diesem Beitrag behandeln wir die Schimmelpilzbildung bei Altbauten insbesondere nach Modernisierungsmaßnahmen die nicht fachmänisch und ohne eine Planung durchgeführt worden sind. Um das gesunde Gleichgewicht in einem Wohnraum festzustellen und sie beizubehalten, muss man die Stellschrauben, die aus vielen Faktoren bestehen können, kennen und diese richtig einstellen, damit das Normklima nach der DIN 4108 oder Energieeinsparverordnung (ENEV) hergestellt wird. Häufig ist es so, dass die Altbauten richtig funktionieren, jedoch wenn ein Bauherr Hand anlegt, ohne die zuvor erwähnten Stellschrauben vorher zu ergründen und zu berechnen, so ebnet sich der Weg für eine Fehlplanung und eine mangelnde Ausführung. Wir kennen zu Genüge die Streitigkeiten bei bewohnten Altbauten zwischen dem Vermieter und dem Mieter, bei denen es heißt, dass der Mieter nicht ausreichend lüften würde und auf der anderen Seite, dass das Gebäude nicht ausreichend gedämmt sei.

Relative Luftfeuchte ändert sich je nach der vorliegenden Temperatur
Der absolute Feuchtegehalt der Luft ist von deren Temperatur abhängig.                      Quelle: pro clima 2016

 

Abb.2 Fensterrinne sammelt das Kondenswasser
 Die Altbauten sind an der Wandkonstruktion, besonders um die Fensterrahmen, luftdurchlässiger als bei modernen Neubauten. Wo heute bei Neubauten gefordert wird, dass die so teuer produzierte Wärme in der Luft bzw. im Gebäude bleibt, konnte man damals bei Altbauten die Luftzirkulation und den Luftwechsel bzw. die Wärmeverluste durch die Ritzen und Fugen in der Wand und am Fensterrahmen, in Kauf nehmen. Der Luftwechsel hatte den Vorteil, dass die zunehmende Feuchtigkeit in der Luft, ohne aktives Eingreifen des Bewohners, also ohne dass jemand die Fenster aufmachen und lüften musste, aus dem Gebäude transportiert werden konnte. Und stieg der Feuchtegehalt der Luft doch über den Grenzwert an, so schlug es sich an der kältesten Fläche in der Wohnung nieder. Die Einscheibenverglasung war dann die kälteste Fläche, an der sich dann auch Kondensat bildete. Nahm die Menge des Kondensats zu, floss das Wasser die Glasscheibe herunter und sammelte sich in einer Holzrinne (siehe Abb. 2). Das war ein funktionierendes System.
Kondensat auf der EInscheibenverglasung
Kondensat auf der Einscheibenverglasung (rechts), auf der kältesten Fläche an der Außenwand. Die linke Fensterscheibe (Isolierscheibe) weist kein Kondensat auf.

Keine geplante, gesamtheitliche, Veränderung des Altbaus  Dann kommt jemand daher und verändert etwas an der Stellschraube. Er wechselt die zugigen, luftdurchlässigen alten Fenster durch Neue, besonders dichte Isolierglasscheiben aus. Das hat zur Folge, dass zum einen die feuchte Luft nicht mehr passiv aus dem Gebäude strömen kann, wie zuvor. Zum anderen haben sich die oben erwähnten kalten Flächen in der Wohnung verlagert. Diese sind jetzt nicht mehr die Fensterflächen, denn die sind nach der Fenstererneuerung wärmedämmtechnisch auf dem neusten Stand. Nun sind es die Außenwandflächen. Und die Außenwandflächen sind bekanntlich größer als die der Fensterflächen an einer Wand. Nur wenn sich jetzt auf den Außenwandflächen Kondensat niederschlägt, bildet sich dadurch auch ein hervorragender Nährboden für Schimmelpilze. Das ist einer der vielen Baumängel die entstehen können, wenn bei einer ungeplanten Modernisierung bei dem die annerkannten Regeln der Technik, die Bauphysik und DIN-Normen vernachlässigt werden.

Eine Planung und die bauphysikalische Untersuchung ist notwendig Wenn man vor hat ein Bestandsgebäude zu sanieren, wird empfohlen das Gebäude bauphysikalisch zu berechnen und auf die vorhandenen Gegebenheit abzustimmen. D.h. wenn die Fenster ausgetauscht werden, muss auch an die Wärmedämmung der Außenwand gedacht werden. Die kontrollierte Lüftung des Gebäudes muss ebenfalls wiederhergestellt werden. Auf dem Markt sind verschiedene Fensterhersteller die in Ihre Fensterrahmen eine Lüftungsöffnung einbauen, durch die die Feuchtigkeit herausströmen kann. Zudem gibt es Dosiervorichtungen oder  automatische Schließvorrichtungen, die die ansteigende Luftfeuchtigkeit aus dem Inneren in den Außenbereich transportieren können. Die zuletzt genannten Produkte haben den Vorteil, dass die Bewohner nicht zu Hause sein müssen, um das Haus zu lüften. Berufstätige haben oft auch nicht die Möglichkeit bzw. die Zeit dazu, dem Lüften nachzugehen. All das geschieht automatisch. In dem man auf eine kontrollierte Art den Raum entfeuchtet, kann man Feuchteschäden vermeiden und kostensparend sanieren. Im wahrsten Sinne des Wortes kann man durch die vorgenannte Vorgehensweise den Schimmelpilz im Keim ersticken.

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